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Case Study · · 10 Min. Lesezeit
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Von Tabellen zum System — wie Terra 30 Stunden pro Woche zurückgewann

Die Geschichte eines Trockenfrüchte-Herstellers, der in 47 Google-Tabellen ertrank. Die Einführung von MoreSales veränderte nicht nur die Prozesse, sondern die Arbeitskultur.

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Von Tabellen zum System — wie Terra 30 Stunden pro Woche zurückgewann
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Als Grzegorz, Geschäftsführer von Terra Sp. z o.o., uns zum ersten Mal anrief, fiel ein Satz, den wir nicht vergessen haben: „Wir haben 47 Google-Tabellen und jede zeigt eine andere Version der Wahrheit. 47 Tabellen, weil der Vertrieb Verkäufe trackt, das Lager Bestände, die Buchhaltung Rechnungen. Niemand synchronisiert. Wenn eine Bestellung kommt, müssen sich drei Leute einig werden, ob sie machbar ist. Das dauert Stunden.” Terra ist ein polnischer Hersteller von Trockenfrüchten, Nüssen und Mischungen — über 200 Verkaufsstellen in Polen und Deutschland werden beliefert. Das Unternehmen wuchs 40 % pro Jahr, aber die Betriebsprozesse hielten nicht Schritt.

Problem: fünf Tage Verzögerung in einer einzigen Bestellung

Montag: Bestellung per E-Mail. Der Vertriebsmitarbeiter trägt sie in seine eigene Tabelle ein. Mittwoch: das Lager prüft in seiner. Nicht da? OK. Freitag: Rechnung, die Buchhaltung hinterfragt. Fünf Tage lang wusste niemand, was real passiert.

Bestellungen kamen per E-Mail, Telefon und WhatsApp. Vertriebsleute trugen sie in Tabellen ein — jeder in seine eigene. Das Lager führte ein separates Bestandsblatt. Die Buchhaltung noch eines für Rechnungen. Niemand wusste in Echtzeit, wie viel Ware verfügbar, bestellt oder in Produktion war.

Das Ergebnis? Durchschnittlich 5 Bestellfehler pro Tag. Doppelte Lieferungen, fehlende Positionen, verwechselte Adressen. Das Team verlor 30 Stunden pro Woche mit Datenprüfung und Korrektur. Grzegorz schätzte jeden Fehler auf durchschnittlich 80 EUR — Rücksendekosten, Lagerüberschüsse, verlorenes Kundenvertrauen.

Diagnose: warum Menschen separate Tabellen führen

Die Versuchung: ein Master-Spreadsheet bauen. Ich sagte nein. Erst verstehen, warum jeder seine eigene Tabelle führt. Antwort: Vertrauen. Jeder hatte seine eigene Version der Wahrheit, weil er der anderen nicht traute.

Bevor wir eine Zeile Code schrieben, verbrachten wir drei Tage am Standort von Terra. Gespräche mit Vertrieb, Lager, Buchhaltung. Wir kartierten jeden Prozess und jeden Punkt, an dem Daten manuell von einem System ins andere wanderten.

Magda aus dem Vertrieb: „Ich muss jeden Morgen im Lager anrufen.” Dieser eine Satz prägte die Architektur. Das System sollte den morgendlichen Anruf eliminieren — nicht beschleunigen, sondern überflüssig machen.

Wir identifizierten 7 Punkte, an denen Daten auseinanderliefen. Der schlimmste — das manuelle Abtippen von Bestellungen aus E-Mails in die Tabelle — verursachte 60 % aller Fehler. Der zweite — fehlende Synchronisation zwischen Lagerbeständen und Bestellungen — den Rest.

Migration von Tabellen ins System — Schritte und Timeline

Wir hätten ein Portal bauen können. Stattdessen machten wir die Bestellerfassung so einfach, dass der alte Tabellen-Rhythmus von selbst starb. Kein Vertrauenskonflikt — eine Quelle der Wahrheit.

Terra ist ein Unternehmen mit 35 Mitarbeitern. Es brauchte weder SAP noch Salesforce — es brauchte ein Werkzeug, das zu seiner Größe passt. Wir setzten MoreSales ein, unser CRM/ERP-System, gebaut für produzierende und vertreibende Mittelständler.

Bestellmodul

Bestellungen kommen über Webformular, E-Mail-Integration oder direkten EDI-Import ins System. Jede reserviert sofort Bestand im Lager, generiert einen Lieferschein und reiht sich in die Produktionswarteschlange ein. Der Vertriebsmitarbeiter sieht den Status in Echtzeit, ohne im Lager anzurufen.

Lagermodul

Bestände aktualisieren sich automatisch bei jedem Ereignis: Wareneingang, Ausgabe, Rückgabe, Produktion. Das System warnt, wenn der Bestand unter den Sicherheitsgrenzwert fällt. Schluss mit Überraschungen wie „Wir haben keine Mango, der Kunde wartet.”

Management-Dashboard

Grzegorz bekam ein Dashboard, das er vorher nicht hatte: Umsatz in Echtzeit, Margen pro Produkt, Rentabilität pro Kunde, Prognosen auf Basis der Bestellhistorie. Ein Ort, nicht 47 Tabellen.

Einführung: 8 Wochen, nicht 8 Monate

Woche 1-2: Systemkonfiguration und Migration historischer Daten. Woche 3-4: Teamschulungen und Parallelbetrieb (altes und neues System gleichzeitig). Woche 5-6: vollständige Umstellung mit Vor-Ort-Unterstützung. Woche 7-8: Feintuning, Automatisierungen und maßgeschneiderte Berichte.

Architektonische Entscheidung: Wir haben die Tabellen nicht sofort abgeschaltet. Zwei Wochen lang liefen beide Systeme parallel. Das gab dem Team Zeit, Vertrauen in das neue Tool aufzubauen. In der dritten Woche baten sie selbst darum, die Tabellen abzuschalten — weil sie sahen, dass das neue System schneller und zuverlässiger ist.

Ergebnisse nach 6 Monaten

30h pro Woche zurückgewonnen
95% weniger Fehler
40% schnellere Abwicklung
8 Wo. Einführungszeit
Terra — vor und nach der MoreSales-Einführung
Terra — vor und nach MoreSales. Von 30 h Datenprüfung pro Woche auf unter eine Stunde.

30 Stunden Datenprüfung runter auf unter 1. Das ist das Monatsgehalt einer Verwaltungskraft, das jeden Monat zurückkommt. Über drei Jahre sind das 150.000 PLN. 95 % weniger Fehler (von 5 pro Tag auf 1-2 pro Woche). Auftragsabwicklung um 40 % schneller.

Grzegorz hörte auf, samstags ins Büro zu kommen. Das war das Tell. Wenn der CEO am Wochenende keine Brände mehr löscht, weißt du, dass das System läuft. Vertriebsleute fingen an zu verkaufen, statt Bestellungen zu korrigieren. Lagermitarbeiter optimierten Regalbelegungen, statt verschwundene Paletten zu suchen.

Lehren für andere Unternehmen

Die Geschichte von Terra ist nicht außergewöhnlich. Wir sehen dasselbe Muster bei Dutzenden Produktions- und Vertriebsunternehmen: Wachstum überholt Prozesse, Tabellen werden zum Frankenstein, das Team verbringt mehr Zeit mit Administration als mit wertschöpfender Arbeit. Prozessautomatisierung muss weder teuer noch kompliziert sein. Sie muss zur Größe und Spezifik des Unternehmens passen.

FAQ

Wie migriert man aus Tabellen in ein Business-System? Zuerst operative Interviews (2-3 Tage vor Ort), dann Mapping der Prozesse und der Punkte, an denen Daten auseinanderlaufen. Migration der historischen Daten ins neue System im Batch-Modus, zwei Wochen Parallelbetrieb (alt + neu zusammen), Tabellen erst abschalten, wenn das Team selbst darum bittet. Schlüssel: das alte System nicht ausschalten, bevor das Vertrauen in das neue gebaut ist.

Welche Kosten und Vorteile hat ein ERP für den Mittelstand? Für ein Unternehmen mit 35 Mitarbeitern wie Terra: MoreSales-Einführung 80-150k PLN einmalig + 2-5k PLN/Monat Betrieb. Rückfluss: 30 h pro Woche zurückgewonnen entsprechen einem Verwaltungsgehalt, ca. 50k PLN pro Jahr. Plus Fehlerreduktion (350 PLN × ~1000 Fehler/Jahr = 350k PLN). ROI unter 12 Monaten.

Wie lange dauert eine CRM/ERP-Einführung im Mittelstand? Für ein Unternehmen bis 50 Personen: 6-10 Wochen mit MoreSales (dediziertes System für produzierenden Mittelstand). SAP / Salesforce: 6-12 Monate plus Berater. Der Unterschied liegt nicht in der Technologie, sondern in der Passung zur Größe — Konzern-ERPs verlangen Prozesskonfigurationen, die der Mittelstand nicht hat und nicht haben sollte.

Wie viel Zeit kann Prozessautomatisierung einsparen? Terra: 30 h pro Woche in einem 35-Personen-Unternehmen. Das Muster wiederholt sich in FMCG und Distribution: 5-15 % der administrativen Arbeitszeit lassen sich im ersten Jahr zurückgewinnen. Der absolute Gewinn skaliert mit der Unternehmensgröße, prozentual bleibt er überraschend konstant.

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